Modul mit Lehrveranstaltungsdetails


Verwaltung
12.02.2023 19:08:55
FB SK
Versionshistorie
Version Modulkürzel oder Nummer Semester Status
1 55100 SoSe 2023 Veröffentlicht
Allgemeine Informationen
Geschlechterkompetenzen in der Sozialen Arbeit - (queer-)feministische Soziale Arbeit
Gendercompetence in social work: (queer-)feminist concepts
55100
Prof. Dr. Henningsen, Anja (anja.henningsen@haw-kiel.de)
Prof. Dr. Henningsen, Anja (anja.henningsen@haw-kiel.de)
Prof. Dr. Lamp, Fabian (fabian.lamp@haw-kiel.de)
Prof.Dr. Pioch, Roswitha (roswitha.pioch@haw-kiel.de)
Sommersemester 2023
2 Semester
In der Regel jedes Semester
Deutsch
Studiengänge und Art des Moduls (gemäß Prüfungsordnung)
Studiengang Vertiefungsrichtung Schwerpunkt Modulart Fachsemester
B.A. - BASA 21/22 - Soziale Arbeit (PO 2021/2023 V7) Geschlechterkompetenz in der Sozialen Arbeit Wahlmodul

Kompetenzen / Lernergebnisse
Kompetenzbereiche: Wissen und Verstehen; Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen; Kommunikation und Kooperation; Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität.
Die Studierenden können grundständige Paradigmen und Begriffe der Gender und Queer Studies erläutern und ihre Relevanz für sozialarbeiterisches sowie sozial- und sexualpädagogisches Denken und Handeln beschreiben. Sie verfügen über theoretisches und empirisches Wissen über strukturelle und gesellschaftliche Ursachen und Hintergründe der Ungleichheit der Geschlechter, können gesellschaftliche Entwicklungen mit Blick auf die Geschlechterverhältnisse kritisch hinterfragen und kennen Konzepte und Methoden für die politische, sozialarbeiterische sowie sozial- und sexualpädagogische Gestaltung von Geschlechtergerechtigkeit
Die Studierenden kennen genderreflexive und geschlechtsspezifische sowie sexualpädagogische Konzepte und können diese vor dem Hintergrund konkreter Zielbestimmungen (z.B. aus dem Gender Mainstreaming, aus der heteronormativitätskritischen oder sexuellen Bildung) analysieren. Sie sind darüber hinaus in der Lage, geschlechtsspezifische bzw. geschlechter- und sexualitätsreflexive Konzepte für verschiedene Handlungsfelder der Sozialen Arbeit zu entwerfen.
Die Studierenden können eigene Standpunkte zum Thema Geschlechtergerechtigkeit argumentativ vertreten und andere Standpunkte und Sichtweisen zu den eigenen Perspektiven ins Verhältnis setzen. Sie können spezifische Problemlagen benennen und Problemlösungen bzw. konzeptionelle Entwicklungen argumentativ vertreten.
Die Studierenden reflektieren vor dem Hintergrund der theoretischen und empirischen Textgrundlagen ihre eigene geschlechtliche und sexuelle Sozialisation. Sie können ihr professionelles Handeln aufgrund ihres geschlechtertheoretischen und sexualwissenschaftlichen Wissens einschließlich ihrer kritischen Reflexion gesellschaftlicher Entwicklungen begründen. Sie sind in der Lage, in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit geschlechter- und sexualitätskompetent zu agieren, indem Sie das angeeignete Wissen auf konkrete beispielhafte Situationen aus der Praxis der Sozialen Arbeit anwenden.
Angaben zum Inhalt
• Der Sozialstaat und seine Institutionen aus Perspektive der Gender Studies, Kontinuität und Wandel der Ungleichheit der Geschlechter in sozialstaatlichen Arrangements
• Gestaltung von Wohlfahrtsstaaten mit dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit im internationalen Vergleich
• Geschlechterpolitik auf verschiedenen politischen Ebenen: EU, Bund, Länder, Kommunen
• Folgen für die Lebenslagen von Frauen und von Männern und Ansatzpunkte für Veränderungen
• Differenzparadigma der Gender Studies: Patriarchat, Ungleichheit der Geschlechter, feministische Soziale Arbeit
• Sozialkonstruktivistische Theorien der Gender Studies ("doing gender“, „doing masculinity“)
• Dekonstruktive Ansätze: Verflüssigung und Vervielfältigung von Geschlechtsidentitäten, Queer-Theory, Bedeutung von Sprache bei der Konstruktion von (Geschlechts-)Identitäten
• Sexualität als Ausdruck und Mittel hierarchischer und gewaltvoller Geschlechterverhältnisse
• Sexualität und Geschlecht im Zusammenhang mit anderen gesellschaftlichen Strukturkategorien
• Hetero- und Cissexismus und die Marginalisierung bzw. Diskriminierung von Lebens- und Beziehungsformen
• Sexualität und Geschlecht in den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit
• Methodische und konzeptionelle Arbeit im Kontext von Geschlecht und Sexualität
• Bereswill, Mechthild (2016): Hat Soziale Arbeit ein Geschlecht? Antworten von Mechthild Bereswill. Freiburg: Lambertus.
• Bütow, Birgit/Munsch, Chantal (Hg.) (2017): Soziale Arbeit und Geschlecht. Herausforderungen jenseits von Universalisierung und Essentialisierung (Forum Frauen- und Geschlechterforschung Band 34). Münster: Westfälisches Dampfboot.
• Czollek, Leah C./Perko, Gudrun/Weinbach, Heike (2022): Lehrbuch Gender und Queer: Grundlagen, Methoden und Praxisfelder (Studienmodule Soziale Arbeit). Weinheim: Beltz Juventa. 2. Auflage
• Ehlert Gudrun/Funk, Heide/Stecklina, Gerd (Hg.) (2022): Grundbegriffe Soziale Arbeit und Geschlecht. Weinheim: Beltz Juventa.
• Ehlert, Gudrun (2022): Geschlechterperspektiven in der Sozialen Arbeit. Basiswissen und Konzepte. Frankfurt/M.: WOCHENSCHAU Verlag, 2. Völlig überarbeitete Auflage
• Giebeler, Cornelia/Rademacher, Claudia/Schulze, Erika (Hg.) (2013): Race, class, gender, body in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit: Theoretische Zugänge und qualitative Forschungen. Opladen: Barbara Budrich.
• Gruber, Christine/Fröschl, Elfriede (Hg.) (2001): Gender-Aspekte in der Sozialen Arbeit. Wien: Czernin.
• Kessl, Fabian/Plößer, Melanie (Hg.) (2010): Differenzierung, Normalisierung, Andersheit. Soziale Arbeit als Arbeit mit den Anderen. Wiesbaden: Springer VS.
• Lutz, Helma/Amelina, Anna (2017): Gender, Migration, Transnationalisierung. Eine intersektionale Einführung. Bielefeld: transcript.
• Rose, Lotte/May, Michael (Hg.) (2014): Mehr Männer in die Soziale Arbeit!? Kontroversen, Konflikte und Konkurrenzen. Opladen: Barbara Budrich.
• Sabla, Kim-Patrick/ Plößer, Melanie (Hg.) (2013): Gendertheorien und Theorien Sozialer Arbeit. Opladen: Barbara Budrich.
Arbeitsaufwand
10 SWS
12,5 Leistungspunkte
120 Stunden
255 Stunden
Modulprüfung
Prüfungsform Dauer Gewichtung wird angerechnet gem. § 11 Satz 2 PVO Benotet Anmerkung
Mündliche Prüfung 30 Minuten 100 %