Module


General information
Politologie
Political Science
BA-WM II - Pol
Prof. Dr. Schlüter-Knauer, Carsten (carsten.schlueter-knauer@haw-kiel.de)
Prof. Dr. Schlüter-Knauer, Carsten (carsten.schlueter-knauer@haw-kiel.de)
Wintersemester 2020/21
1 Semester
In der Regel im Wintersemester
Deutsch
Curricular relevance (according to examination regulations)
Study Subject Study Specialization Study Focus Module type Semester
B.Sc. - WINF - Wirtschaftsinformatik (6 Sem.) Wahlmodul
B.A. - BWL - Betriebswirtschaftslehre (Regelstudienzeit 6 Semester) Wahlmodul
B.A. - BWL - Betriebswirtschaftslehre (letzte Aufnahme SoSe 2024) Wahlmodul

Qualification outcome
Areas of Competence: Knowledge and Understanding; Use, application and generation of knowledge; Communication and cooperation; Scientific self-understanding / professionalism.
Absolvent*innen

können Politik und ihre Abläufen anhand entscheidender Probleme verstehen.

sind in der Lage, methodisch begründet Stellung zu nehmen und politische Zusammenhänge zu erklären und diskutieren.

verstehen grundlegende politikwissenschaftliche Methoden, Konzepte und Theorien und deren Reichweite, Grenzen und Leistungen.
Absolvent*innen

können Texte und Informationen zum Modulprogramm sammeln, bewerten und interpretieren und für Lösungsvorschläge von Prblemen, z. B. wirtschaftspolitische Natur verwerten.

können mit Sekundär- und Primärliteratur differenziert umgehen,.

sind in der Lage, die Modulinhalte durch angeleitete und eigenständige Recherche zu vertiefen und inso¬ern selbstständig weiterführende Lernprozesse zu gestalten.
Absolvent*innen

können in Impulsreferaten und mediengestützten Präsentationen ihre Arbeitsergebnisse vorstellen.

können sich Fachinhalte dafür gegebenenfalls auch in Gruppen erarbeiten.

können ihre Arbeitsergebnisse auch mit Laien diskutieren.
Absolvent*innen

können ihre Selbststudienanteile verantwortlich und nachhaltig gestalten.

können ihre Rollen im privaten und beruflichen Leben reflektieren und bewusst einnehmen und ausfüllen.
Content information
Grundlagenkenntnisse des politischen Wissens werden durch die Diskussion nationaler und internationaler politischer Herausforderungen politikwissen-schaftlich vertieft. Das ist für Betriebswirte unabdingbar, denn wirtschaftliches Handeln und das Wirtschaftssystem überhaupt koexistieren mit gesellschaft-lichen und politischen Systemanforderungen, die sich beeinflussen und nicht selten miteinander in Konflikt geraten.
Ist der Staat nur ein Akteur neben anderen gesellschaftlichen Akteuren und was bedeutet das für das Verständnis von Politik?
Was sind proportionale und funktionale Repräsentation und wie verhalten sie sich zueinander? Koexistieren systemische Steuerungsmodi wie Herrschaft und Geld wirklich mit ‚Verhandlung, Kommunikation und Vertrauen‘ (Leo Kissler)?
Wir werden uns mit Public Governance beschäftigen, ebenfalls mit dem Regieren jenseits des Nationalstaats und in Mehrebensystemen sowie mit internationalen Regimen, wie sie besonders - aber keineswegs nur - für die internationale Arbeitsteilung (vulgo Globalisierung) oder für die Um¬weltpolitik (z.B. das internationale Klimaschutzregime) kennzeichnend sind.
Phänomene der Medialisierung oder – wie manche meinen – der Mediokratie (so Thomas Meyer) und Skandalisierungsmechanismen und -prozesse sollen gleichfalls thematisiert werden.
Auch der Systemvergleich (vergleichende Regierungslehre oder Comparative Government) wird methodisch und beispielhaft behandelt, anhand des Struktur- und Funktionenvergleichs der politischen Systeme der USA und der Bundesrepublik Deutschland.
Gänzlich unverzichtbar ist aber – last but not least – zum Verständnis der Gegenwartsanalyse die Behandlung ausgewählter Klassiker des politischen Denkens.

1. Grundlagen:

• Ist Politik demokratisch, öffentlich und diskursiv oder was ‚ist‘
Politik?
• Politisches System der Bundesrepublik Deutschland – Schwerpunkte:
• Finanzverfassung und Föderalismusreform; Ende oder Renaissance der Volksparteien; Public Governance, Lokalisierung des Verbands-einflusses oder Lobbykratie?
• Vergleichende Regierungslehre: Methode und Beispiel
(Bundesrepublik Deutschland – USA)
• Klassiker des politischen Denkens in Auswahl (es folgen Vorschläge, aus denen bis zu 4 ausgewählt werden können - auch andere Autoren*innen könnten alternativ behandelt werden):
Platon und der Diskurs über Eliten und Bevölkerung; Aristoteles,
die kommunikative Dimension der Politik und die Relevanz
der Mittelschicht; Machiavellis Discorsi und Principe als Begründung
säkularer Politikwissenschaft; vertragstheoretische Konzepte der Neuzeit und Moderne, Thomas Hobbes, John Locke, John Rawls …)
• Regieren im Mehrebenensystem (Multilevel Governance, EU)
und jenseits des Nationalstaats (Michael Zürn), Internationale Regime

2. Ist die Demokratie zukunftsfähig?

Themen für Problemanalysen könnten z.B. sein (denn auch andere
Themen können eingeführt werden, insgesamt aber sind maximal 4
Themen möglich):

• Demokratische Entscheidungsfindung und gesellschaftliche
Beschleunigung: ist demokratische Politik zu langsam?
• Ist Deutschland auf dem Weg zur ‚Rentner-Demokratie‘? (Bergmann/
Konzelmann/Rattinger 2012)
• Migrationsströme und Fluchtbewegungen
• Populistische politische Kommunikation in Europa und politische
Partizipation
• Medialisierung, Mediokratie (Thomas Meyer) und die Soziologie
des politischen Skandals (Sighard Neckel)
Als Grundlagenlektüre:

1) Thomas Meyer: Was ist Politik? Wiesbaden 32010

2) Hans-Joachim Lauth/Christian Wagner (Hg.): Politikwissenschaft, Pader¬born 8 2016
oder
Manfred G. Schmidt/Frieder Wolf/Stefan Wurster (Hgg.):Studienbuch Politik-wissenschaft, Wiesbaden 2013
oder
Herfried Münkler (Hg.): Politikwissenschaft, Reinbek 2003

3) Wolfgang Rudzio: Das politische System der Bundesrepublik
Deutschland, Wiesbaden 92015
oder
Klaus von Beyme: Das politische System der Bundesrepublik
Deutschland, Wiesbaden 122017
oder
Manfred G. Schmidt: Das politische System der Bundesrepublik
Deutschland, Bonn 2016 [erhältlich über die Bundeszentrale
für politische Bildung (bpb)]

Lohnenswert wäre außerdem noch:

Otfried Höffe: Ist die Demokratie zukunftsfähig? Über moderne
Politik, München 2009

Gezielte Verweise auf die jeweils einschlägige Fachliteratur werden je nach Thema zur Vorbereitung der Impulsreferate erteilt und auch den anderen Veranstaltungsteilnehmer*innen als Vertiefungsmöglichkeit rechtzeitig zur Verfügung gestellt.
Teaching formats of the courses
Teaching format SWS
Seminar 4
Workload
4 SWS
5,0 Credits
48 Hours
102 Hours
Module Examination
Method of Examination Duration Weighting wird angerechnet gem. § 11 Absatz 2 PVO Graded Remark
Klausur 120 Minutes 50 %
Präsentation 30 Minutes 50 %
Miscellaneous
Fokussierende Kurz- bzw. Impulsreferate sollen Raum lassen für
weiterführende Diskussionen.
Das Modul ist außerdem grundsätzlich offen für die Behandlung zusätzlicher
Themen aus dem Kreis der Teilnehmenden. Deshalb ist die Themenliste als variabel zu verstehen und kann auch den Bedürfnissen der Seminarteilneh-mer*innen aktuell angepasst werden