Lehrveranstaltung


Allgemeine Informationen
Geschlechtstypische Sozialisation und Herausforderungen für die Soziale Arbeit
Gender-specific socialisation and challenges for social work
5.03.02.0
In der Regel jedes Semester
Deutsch
Zuordnung dieser Veranstaltung zu Modulbeschreibungen und deren Studiengangszuordnungen

Module, in denen diese Lehrveranstaltung zur Wahl steht


Modul Studiengang Vertiefungsrichtung Schwerpunkt Fachsemester
Gender und Interkulturelles in der Sozialen Arbeit / Lebenslagen und Lebenswelten von Adressaten der Sozialen Arbeit
Gender and intercultural issues in social work / living conditions and lifeworlds of social work users
B.A. - BASA - Soziale Arbeit (PO 2017/2019 V6)
Kompetenzen / Lernergebnisse
Kompetenzbereiche: Wissen und Verstehen; Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen; Kommunikation und Kooperation; Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität.
Die Studierenden sind nach der Teilnahme in der Lage:
- unterschiedliche Theorien bzw. paradigmatische Zugänge der Frauen- und Geschlechterforschung (Differenzparadigma, ethnomethodologischer Konstruktivismus, Poststrukturalismus, Intersektionalität) darzustellen, zu diskutieren und zu vergleichen
- Gender als Strukturkategorie, als Analysekategorie, als sozial konstruierte Kategorie zu verstehen
- Sozialisation als multidimensionalen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung im Zusammenhang mit Gender zu verstehen
- sich auf die Handlungsansätze Sozialer Arbeit als normative Handlungswissenschaft zu beziehen und ethische Prinzipien der Sozialen Arbeit im Zusammenhang mit Gender und Sozialisation wiederzugeben und diskutieren zu können
-prozesshafte Entwicklungen von Annahmen, Stereotypen bis hin zu Diskriminierungen, Sexismus und Rassismus zu kennen, zu verstehen und über intensive Reflexionsprozesse daraus professionsbezogene und individuell menschenrechtsorientiere Handlungsansätze abzuleiten, zu entwickeln und im Handeln zu etablieren.
Die Studierenden sind nach der Teilnahme in der Lage:
- unterschiedliche Theorien bzw. paradigmatische Zugänge der Frauen- und Geschlechterforschung auf den Ebenen der Profession, ‚Diagnose‘ und Intervention differenziert zu bewerten und auf unterschiedliche Arbeitsfelder zu übertragen und anzuwenden
- die in der Übung vermittelten Fachkenntnisse mit ersten eigenen Praxiserfahrungen zu verknüpfen und zu reflektieren
- das erworbene wissenschaftliche Wissen auf allgemeine Beispiele aus der Praxis Sozialer Arbeit umzulegen
- die Notwendigkeit des Einsatzes wissenschaftlichen Wissens in der Sozialen Arbeit zu erläutern und die Qualität von wissenschaftlichem Wissen von jener des Alltagswissens abzugrenzen
Die Studierenden sind nach der Teilnahme in der Lage:
- sich unterschiedliche Theorien bzw. paradigmatische Zugänge durch Textanalyse, reflexive Lesekompetenz zu erarbeiten
- sich mit komplexen Sachverhalten/sozialen Phänomenen auseinanderzusetzen
- eigene Positionsanalysen durchzuführen, Selbstreflexiv und Machtreflexiv zu handeln, Privilegien zu kennen
- Praxissituationen gendersensibel, genderreflexiv, genderneutral und ggf. intersektional reflexiv zu gestalten bzw. darauf hinzuwirken, diese entsprechend zu gestalten
- sich eigenständig in Lern- und Arbeitsgruppen im Gruppenverbund in und außerhalb der Präsenzzeit zu organisieren
- sich Unterstützung bei der Lebens-/Studiumsbewältung zu suchen, Selbstsorge zu betreiben, eigene Grenzen kennenzulernen, sich einzugestehen ‚Scheitern zu dürfen‘,
- ihre Ambiguitätstoleranzgrenze zu reflektieren, zu stärken und ggf. zu erweitern
- Fachkenntnisse in unterschiedlichen Konstellationen, wie beispielsweise in der Einzelarbeit am Text oder in der Gruppe, zu erarbeiten
- fachbezogene Positionen einzunehmen
- Fachkenntnisse vor Klein- und Großgruppen zu präsentieren
- ambivalente Positionierungen und differenzierte ethische Einstellungen/Menschenbilder professionsethisch zu diskutieren
- sich in Konfliktgespräche begeben/ rassisstische und sexualisierte Übergriffe wahrzunehmen und anzusprechen,

- ihre Einstellungen zu Leistungsbereitschaft, Motivation, Umgang bei Stress-/Zeitdruck bspw. durch Abgabe-/Prüfungstermine, Selbstorganisation und Studiumabsolvierung zu überdenken/ggf. zu festigen, Prioritäten zu setzen
- an persönlichen Zielen für ein ethisches vs. unethisches Miteinander festzuhalten bzw. diese Ziele bzw. Menschenbilder zu überdenken
- ein Bewusstsein für ihre eigene Identität und biografische Aspekte von Gender, sexueller Orientierung und subjektiven Gewordenseins zu entwickeln, zu reflektieren und ggf. zu verändern
Die Studierenden sind nach der Teilnahme in der Lage:
- eigene Normen und Annahmen zu beschreiben, zu reflektieren und mit professionsethischen Normen der Sozialen Arbeit zu vergleichen
- die Bedingtheit der sozialarbeiterischen Rolle in Spannungsfeldern der Profession (Beispiel: Doppeltes Mandat, Tripelmandat) und in Bezug zu Gender, Resistenzen und Konsistenzen in gesellschaftlichen Strukturen sowie Machtverhältnissen zu identifizieren und auszuhalten
- ihre Rolle als Studierende der Sozialen Arbeit einzuschätzen und Strategien im Umgang mit den Chancen und Herausforderungen eines wissenschaftlichen Studiums zu entwickeln
- ihre demokratische Verantwortung als selbstreflexives Subjekt in der Gesellschaft und im Kontext von Wissenschaft zu entwickeln
- gesellschaftskritisch gegenüber neoliberalen Dimensionen in Theorie, Disziplin und Praxis zu argumentieren, ggf. sich zu positionieren
Angaben zum Inhalt
Die Veranstaltung zeigt die Bedeutung und die Zusammenhänge von "Geschlecht"und "Sozialisation" für die Soziale Arbeit und Gesundheit auf und geht vertiefend auf folgende Aspekte ein:

- Grundlagen von Geschlecht und sexueller Vielfalt
- Grundbegriffe der Geschlechtertheorie und -sozialisation
- Theoretische Grundlagen/ Paradigmen der Frauen- und Geschlechterforschung
- Genderkompetenz, Reflexionskompetenz und sozialarbeiterische Interventionsmöglichkeiten
- ethische Prinzipien der Sozialen Arbeit im Zusammenhang mit Gender und Sozialisation
Bilden, Helga/ Dausien, Bettina (2006) (Hg.): Sozialisation und Geschlecht. Theoretische und methodologische Aspekte. Verlag Barbara Budrich, Opladen/Farmington Hills, 2006.


Sozialisation:
Zimmermann, Peter (2006): Sozialisation – Was ist das eigentlich? In: Ders: Grundwissen Sozialisation. Einführung zur Sozialisation im Kindes- und Jugendalter. 3. überarb. u.erw. Aufl.. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden. S. 12-18.

Theoretische Grundlagen:
Micus-Loos, Christiane (2013): Herausforderungen genderbezogener Sozialer Arbeit. In: Sabla, Kim-Patrick /Plößer, Melanie (Hg.): Gendertheorien und Theorien Sozialer Arbeit. Opladen, 179-198.

Bilden, Helga (2006): Sozialisation in der Dynamik von Geschlechter- und anderen Machtverhältnissen. In: Bilden, Helga/ Dausien, Bettina (2006) (Hg.): Sozialisation und Geschlecht. Theoretische und methodologische Aspekte. Verlag Barbara Budrich, Opladen/Farmington Hills, 2006, S. 45-70.

Schrader, Kathrin (2014): Gender und Intersektionalität im Theoriediskurs der Sozialen Arbeit. In: Langsdorff von, Nicole (Hg.): Jugendhilfe und Intersektionalität. Budrich UniPress. Opladen/Berlin/Toronto. S. 57-73.

Reflexionswissen:
Walter, Uta M. (2017): Reflexive Praxis: (Nach-)Machen und (Nach-)Denken. Grundkurs methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit. Soziale Arbeit studieren. Ernst Reinhardt Verlag. München/Basel. S. 12-27.

Vertiefend/optional:
Connell, Raewyn (2015): Die soziale Organisation von Männlichkeit. In: Dies. (Hg.): Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. 4.durchges. Auflage. Opladen. S. 119-144.
Lehrform
Lehrform SWS
Übung 2
Prüfungen
Prüfungsform Dauer Gewichtung wird angerechnet gem. § 11 Satz 2 PVO Benotet Anmerkung