Lehrveranstaltung


Allgemeine Informationen
Einführung in die qualitative Sozialforschung am Beispiel der Alternsforschung
Introduction into qualitative research using the example of aging research
5.12.02.18
Prof. Dr. Bödecker, Florian (florian.boedecker@haw-kiel.de)
In der Regel jedes Semester
Deutsch
Zuordnung dieser Veranstaltung zu Modulbeschreibungen und deren Studiengangszuordnungen

Module, in denen diese Lehrveranstaltung zur Wahl steht


Modul Studiengang Vertiefungsrichtung Schwerpunkt Fachsemester
Empirische Methoden und Sozialinformatik
Empirical methods and social informatics
B.A. - BASA - Soziale Arbeit (PO 2017/2019 V6)
Kompetenzen / Lernergebnisse
Kompetenzbereiche: Wissen und Verstehen; Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen; Kommunikation und Kooperation; Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität.
Die Studierenden sind in der Lage:
- die grundsätzlichen Forschungsgegenstände empirischer Sozialforschung zu benennen;
- zu begründen, warum die Entgegenstellung von qualitativen und quantitativen Methoden irreführend sein könnte;
- die erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Grundlagen qualitativer Forschung zu erklären;
- die wesentlichen standardisierten und nicht-standardisierten Erhebungsmethoden der Sozialforschung mit ihren Möglichkeiten und Grenzen im Hinblick auf die Erforschung menschlicher Handlungen und deren Resultate zu erläutern;
- die wesentlichen qualitativen Auswertungsmethoden zu benennen;
- die Bestandteile, den Zweck und die Folgen qualitativer Datenaufbereitung zu begründen (z.B. Transkription);
- die wichtigsten Elemente der Forschungsethik in der qualitativen Sozialforschung zu benennen;
- zu erklären, wie die Ergebnisse die Auswertung unter der Einhaltung sinnvoller Gütekriterien verschriftlicht werden können.
Die Studierenden sind in der Lage:
- aus den Besonderheiten des Mensch-Welt-Verhältnisses (Intersubjektivität, Vergegenständlichung) die Begründetheit für qualitative Sozialforschung abzuleiten;
- verschiedene vorschlagene Gütekriterien für qualitative Sozialforschung zu diskutieren und abzuwägen;
- Datenerhebungsverfahren wie z.B. qualitative Interviews auf die besondere Zielgruppen wie z.B. ältere Menschen anzupassen;
- die besonderen forschungsethischen und forschungsmethodischen Herausforderungen der Sozialforschung mit Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung zu diskutieren und sie im Forschungsdesign zu berücksichtigen;
- qualitative Datenerhebungsverfahren wie z.B. qualitative Interviews anhand eines sehr kurzen Interviews mit einem älteren Menschen anzuwenden;
- an diesem Beispiel die Datenaufbereitung wie z.B. die Transkription umzusetzen;
- um dieses kurze Transkript exemplarisch mit verschiedenen Verfahren der Feinanalyse auszuwerten;
- so daß ein kleiner Forschungsbericht entstehen kann.
Die Studierenden sind in der Lage:
- in Gruppen- und Plenumsarbeit zielfördernd zusammen zu arbeiten;
- eine achtsame Haltung gegenüber den Bedürfnissen der Teilnehmer*innen einzunehmen;
- auf Argumente sachlich einzugehen und eigene Argumente hervorzubringen;
- Kritik von einem persönlichem Vorwurf zu unterscheiden und deshalb sachlich überprüfen zu können.
Die Studierenden sind in der Lage:
- die Bedeutung von (nicht nur) empirischer Sozialforschung für die Professionalisierung ihres beruflichen Handelns zu begründen;
- die Bedeutung wissenschaftlichen Denkens in seinen Konsequenzen für Beruf und Alltag zu verallgemeiern;
- zu diskutieren, in wie weit wissenschaftliches Denken und Handeln von nicht-wissenschaftlichem abgegrenzt werden kann.
Angaben zum Inhalt
Ich führe im Seminar in die wesentlichen Begründungen (Warum überhaupt qualitative Sozialforschung?), die Forschungsethik und die Prozeßschritte (Datenerhebung, Datenaufbereitung, Datenauswertung) qualitativer Sozialforschung ein.
Ich lege im Seminar Wert darauf, daß diese Aspekte dadurch anschaulich gemacht werden, daß die Studierenden an Mini-Bespielen alle wesentlichen Schritte selbst durchlaufen und ausprobieren können. Konkretisiert werden diese allgemeinem Aspekte dabei an Beispielen aus der qualitativen Alternsforschung: Welche Vorschläge werden für das Führen von Interviews mit älteren Menschen gemacht? Gibt es vielleicht auch Gefahren, wenn bestimmte Zielgruppen pauschal als "vulnerabel" bezeichnet werden? Worauf sollte forschungsethisch und forschungsmethodisch geachtet werden, wenn man mit Menschen forscht, die kognitiv beeinträchtigt sind? Erzeugt die Altersforschung nicht vielleicht selbst erst die "Älteren" als Gegenstand, die sie doch als Forschungsergebnis erst behauptet?
Baur, Nina; Blasius, Jörg (Hg.) (2019): Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
Brandt, Martina; Fietz, Jennifer; Hampel, Sarah; Kaschowitz, Judith; Lazarevič, Patrick; Reichert, Monika; Wolter, Veronique (2018): Methoden der empirischen Alter(n)sforschung. 1. Auflage. Weinheim: Beltz Juventa (Standards standardisierter und nichtstandardisierter Sozialforschung).
Döring, Nicola; Bortz, Jürgen (2016): Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. Unter Mitarbeit von Sandra Pöschl. 5. vollständig überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Auflage. Berlin, Heidelberg: Springer (Springer-Lehrbuch).
García-Peña, Carmen; Gutiérrez-Robl, Luis Miguel; Pérez-Zep, Mario Ulises (Hg.) (2018): Aging Research - Methodological Issues. 2. Aufl. Cham: Springer Nature; Springer.
Kotthaus, Jochem (Hg.) (2020): FAQ Methoden der empirischen Sozialforschung für die Soziale Arbeit und andere Sozialberufe. 1. Auflage. Stuttgart: UTB GmbH; Barbara Budrich.
Weil, Joyce (2017): Research design in aging and social gerontology. Quantitative, qualitative, and mixed methods. New York: Routledge Taylor & Francis Group (Textbooks in aging series).
Wintzer, Jeannine (Hg.) (2016): Herausforderungen in der Qualitativen Sozialforschung. Forschungsstrategien von Studierenden für Studierende. 1. Auflage. Berlin, Heidelberg: Springer Spektrum.
Wintzer, Jeannine (Hg.) (2016): Qualitative Methoden in der Sozialforschung. Forschungsbeispiele von Studierenden für Studierende. 1. Auflage. Berlin, Heidelberg: Springer Spektrum.
Lehrform
Lehrform SWS
Seminar 2
Prüfungen
Prüfungsform Dauer Gewichtung wird angerechnet gem. § 11 Satz 2 PVO Benotet Anmerkung