Lehrveranstaltung


Allgemeine Informationen
Lebenswelten von alten Menschen
Lifeworlds of elderly people
5.03.46.0
Prof. Dr. Bödecker, Florian (florian.boedecker@haw-kiel.de)
In der Regel jedes Semester
Deutsch
Zuordnung dieser Veranstaltung zu Modulbeschreibungen und deren Studiengangszuordnungen

Module, in denen diese Lehrveranstaltung zur Wahl steht


Modul Studiengang Vertiefungsrichtung Schwerpunkt Fachsemester
Gender und Interkulturelles in der Sozialen Arbeit / Lebenslagen und Lebenswelten von Adressaten der Sozialen Arbeit
Gender and intercultural issues in social work / living conditions and lifeworlds of social work users
B.A. - BASA - Soziale Arbeit (PO 2017/2019 V6)
Kompetenzen / Lernergebnisse
Kompetenzbereiche: Wissen und Verstehen; Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen; Kommunikation und Kooperation; Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität.
• Die Studierenden kennen wesentliche körperliche Altersveränderungen und ihre psychosozialen Folgen. Sie können letztere am Beispiel der Schwerhörigkeit demonstrieren und Schlußfolgerungen für die Kommunikation mit älteren Menschen ziehen.
• Die Studierenden sind in der Lage, den Zusammenhang zwischen körperlichen Altersveränderungen und ihren Auswirkungen auf das Selbstbild und Identität im Alter zu erklären.
• Die Studierenden können mit Hilfe sozialpsychologischer Theorien erklären, wieso sich Altersstereotype negativ auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit älterer Menschen auswirken können.
• Die Studierenden können die wesentlichen Dimensionen kognitiver Entwicklung gegenüberstellen und abschließend die Entwicklung kognitiver Funktionen bewerten. Sie sind in der Lage, die Folgen für den Alltag älterer Menschen darzulegen.
• Die Studierenden können anhand von vier psychologischen Theorien zur emotional-motivationalen Entwicklung im Alter das Wohlbefindensparadox erklären und kritisch in seiner Geltung einschätzen.
• Die Studierenden können vier wesentliche Modelle zum erfolgreichen Altern zusammenfassen und richtig wiedergeben.
• Die Studierenden können erklären, warum Menschen mit Demenz sich nicht wieder in die Kindheit zurückentwickeln. Sie können verbleibende Fähigkeiten benennen, die dafür sprechen, dass Menschen mit Demenz zwar kindlich anmutende Bedürfnisse haben mögen, sie aber weiter erwachsene Menschen bleiben.
• Die Studierenden können psychosoziale Modelle für die Erfahrungen mit Demenz aus Sicht der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen in ihren wesentlichen Bestimmungen wiedergegeben.
• Die Studierenden können sprach- und kommunikationswissenschaftliche Modelle und Theorien heranziehen, um Veränderungen im Kommunikationsverhalten im Alter und Konflikte zwischen den Generationen zu erklären.
• Die Studierenden können anhand psychologischer Wohnmodelle die Bedeutung von Wohnung und Nachbarschaft im Alter herausstellen.
• Die Studierenden können psychologische Wohnmodelle für die Wohnberatung im Alter anwenden.
• Die Studierenden können aus entwicklungspsychologischen Befunden und Theorien zur kognitiven Entwicklung geeignete Maßnahmen für die Gestaltung lernförderlicher Umgebungen ableiten.
• Die Studierenden können Modelle des „erfolgreichen Alterns“ gegenüberstellen. Sie sind in der Lage, die Annahmen und Grenzen dieser Modelle herauszustellen. Auf der Grundlage dieser Modelle sind in der Lage, Interventionen fürs erfolgreiche Altern abzuleiten.
• Die Studierenden sind in der Lage, eine ganzheitliche Haltung gegenüber Menschen mit Demenz zu entwickeln, der Einschränkungen sensibel kompensiert, ohne verbleibende Fähigkeiten zu übersehen.
• Die Studierenden können aus den psychosozialen Modellen zur Erfahrung bei Demenz Erklärungen für Konflikte zwischen Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen ableiten.
• Die Studierenden sind in der Lage, aus den Erkenntnissen zu Veränderungen in der Kommunikation im Alter und Konflikten zwischen den Generationen Empfehlungen für gelingendere Kommunikation zwischen den Generationen zu entwickeln.
• Die Studierenden können in Gruppenarbeit gemeinsam wesentliche Aspekte gerontologischer Theorien und Modelle für Interventionen nutzbar machen.
• Die Studierenden können Befunde und Modelle zur Kommunikation mit Älteren auf Ihren Umgang mit Älteren im Seminar und Alltag übertragen.
• Die Studierenden entwickeln eine Haltung, die sensibel gegenüber den nachteiligen Wirkungen von Altersstereotypen ist. Sie entwickeln eine achtsame und individualisierte Haltung im Umgang mit älteren Menschen.
• Die Studierenden sind sich der wachsenden Unterschiedlichkeit zwischen Individuen im Alter bewußt.
• Die Studierenden sind in der Lage, Konflikte mit älteren Menschen so zu bearbeiten, dass Achtsamkeit gegenüber den eigenen und fremden Bedürfnissen verbunden werden kann.
Angaben zum Inhalt
Auch für jüngere Menschen lohnt sich die Beschäftigung mit dem Älterwerden: Erstens ist das Älterwerden ein Querschnittsthema, das sich durch viele Bereiche zieht: Es beschäftigt nicht nur die Entwicklungspsychologie, sondern z.B. auch die Psychotherapie im Alter oder die Geragogik, wenn es um Bildung und Lernen im Alter geht. Da sich die Generationen wechselseitig unterstützen, ist auch die Entwicklung jüngerer Menschen nicht getrennt von den älteren Generationen zu denken. Zweitens ist das Älterwerden ein ungeheuer vielfältiges Thema: Vergeht die Zeit gefühlt im Alter schneller? Und wenn ja, warum? Werden Menschen mit Demenzwieder zu Kindern oder können Teile des Selbst so in den Körper sedimentieren, dass sie erhalten bleiben? Bedeutet Liebe im späteren Leben etwas anderes als in jüngeren Jahren? Drittens kann man persönlich davon profitieren, wenn sich mit einer Lebensphase beschäftigt, die man noch vor sich hat: Welche Bedeutung hat z.B. mein Körper für mich? Unabhängigkeit für mich? Wie kann man anderen Menschen nah sein? Wie gehe ich konstruktiv mit Konflikten und meinen Gefühlen um?

In diesem Seminar soll Wissen vermittelt werden, dass für einen verstehenden Umgang mit älteren Menschen hilfreich ist. Deshalb geht es nicht um Theorien und empirische Befunde als solche, sondern praxisorientiert um deren Bedeutung im Alltag für und mit älteren Menschen. Welche Bedeutung hat der alternde Körper für die Älteren selbst und für den Kontakt mit Ihnen? Wie geht man z.B. mit Schwerhörigkeit um? Wie verändern sich unsere geistigen Fähigkeiten, Gefühle und die Ziele, wir verfolgen? Was bedeutet das z.B., wenn man Älteren Angebote machen möchte? Welche Bedeutung hat die Wohnung und Nachbarschaft im Alter? Wie erfahren Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen die Einschränkungen durch die Demenz? Woran liegt es, wenn die Kommunikation zwischen den Generationen schwierig wird?
Um nicht nur über "die Älteren" zu sprechen, werden Ältere zum Seminar als Experten in eigener Sache eingeladen. Außerdem werden beim Thema Demenz Angehörige, Betroffene und Helfende eingeladen, um über ihre Erfahrung zu berichten.
Das Seminar soll einen interaktiven Charakter haben: Neben kurzen Inputs lege ich Wert darauf, dass das Wissen angewendet und vertieft wird. Ebenso soll das Seminar dadurch einen roten Faden bekommen, dass die Ergebnisse der vorherigen Sitzungen kurzwiederholt werden und die Ergebnisse der aktuellen Sitzung am Ende zusammengefasst werden. Die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit wird deshalb erwartet!

Änderungen sind vorbehalten!
Gerontologie

Wahl, Hans-Werner & Heyl, Vera (2015). Gerontologie: Einführung und Geschichte 2., vollst. überarb. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer Verlag.

Ferraro, Kenneth (2018). The Gerontological Imagination: An Integrative Paradigm of Aging. Oxford: Oxford University Press.

Psychologie des Alter(n)s

Godde, Ben, Voelcker-Rehage, Claudia & Olk, Bettina (2016). Einführung Gerontopsychologie. PsychoMed compact: Bd. 9.München, Basel: Ernst Reinhardt Verlag.

Wahl, Hans-Werner (2017). Die neue Psychologie des Alterns: Überraschende Erkenntnisse über unsere längste Lebensphase.München: Kösel.

Martin, Mike & Kliegel, Matthias (2014). Psychologische Grundlagen der Gerontologie (4. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer Verlag.

Yochim, Brian P. & Woodhead, Erin L. (2018). Psychology of aging: A biopsychosocial perspective. New York, NY: Springer Publishing Company.

Pachana, Nancy A. (Hrsg.) (2017). Encyclopedia of Geropsychology. Singapore: Springer Singapore.
Die Literatur finden Sie entweder im Semesterapparat: Link zum Semesterapparat oder als PDF-Dateien in Moodle!
Lehrform
Lehrform SWS
Übung 2
Prüfungen
Prüfungsform Dauer Gewichtung wird angerechnet gem. § 11 Satz 2 PVO Benotet Anmerkung