Lehrveranstaltung


Allgemeine Informationen
Einführung in die qualitative Interviewforschung
Introduction into qualitative interview research
5.12.02.22
Prof. Dr. Bödecker, Florian (florian.boedecker@haw-kiel.de)
In der Regel jedes Semester
Deutsch
Zuordnung dieser Veranstaltung zu Modulbeschreibungen und deren Studiengangszuordnungen

Module, in denen diese Lehrveranstaltung zur Wahl steht


Modul Studiengang Vertiefungsrichtung Schwerpunkt Fachsemester
Empirische Methoden und Sozialinformatik
Empirical methods and social informatics
B.A. - BASA - Soziale Arbeit (PO 2017/2019 V6)
Kompetenzen / Lernergebnisse
Kompetenzbereiche: Wissen und Verstehen; Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen; Kommunikation und Kooperation; Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität.
Die Studierenden sind in der Lage:
- die grundsätzlichen Forschungsgegenstände qualitativer Interviewforschung zu benennen;
- die wesentlichen standardisierten und nicht-standardisierten Erhebungsmethoden der Sozialforschung im Hinblick auf ihre Möglichkeiten und Grenzen zu diskutieren;
- die Bedeutung der Forschungsfrage für den Forschungsprozeß zu erläutern,
- die wesentlichen Prinzipien qualitativer Interviewführung zu nennen;
- die Bestandteile, den Zweck und die Folgen qualitativer Datenaufbereitung zu begründen (z.B. Transkription);
- die wichtigsten Elemente der Forschungsethik in der qualitativen Sozialforschung zu benennen;
- vorgeschlagene Gütekriterien für qualitative Sozialforschung im Hinblick auf ihre Brauchbarkeit zu diskutieren.
Die Studierenden sind in der Lage:
- aus den Besonderheiten des Mensch-Welt-Verhältnisses (Intersubjektivität, Vergegenständlichung) die Begründetheit für qualitative Sozialforschung abzuleiten;
- vorgeschlagene Gütekriterien für qualitative Sozialforschung zu diskutieren und abzuwägen;
- mit qualitativen Interviews beantwortbare Forschungsfragen zu entwickeln;
- einen Interviewleitfaden für ein Mini-Interview zu entwerfen;
- dieses Leitfaden für die Durchführung des Mini-Interviews zu nutzen;
- an diesem Beispiel die Datenaufbereitung wie z.B. die Transkription umzusetzen;
- um dieses kurze Transkript exemplarisch mit verschiedenen Verfahren der qualitativen Datenanalyse auszuwerten;
Die Studierenden sind in der Lage:
- in Gruppen- und Plenumsarbeit zielfördernd zusammen zu arbeiten;
- eine achtsame Haltung gegenüber den Bedürfnissen der Teilnehmer*innen einzunehmen;
- auf Argumente sachlich einzugehen und eigene Argumente hervorzubringen;
- Kritik von einem persönlichem Vorwurf zu unterscheiden und deshalb sachlich überprüfen zu können.
Die Studierenden sind in der Lage:
- die Bedeutung von (nicht nur) empirischer Sozialforschung für die Professionalisierung ihres beruflichen Handelns zu begründen;
- die Bedeutung wissenschaftlichen Denkens in seinen Konsequenzen für Beruf und Alltag zu verallgemeiern;
- zu diskutieren, in wie weit wissenschaftliches Denken und Handeln von nicht-wissenschaftlichem abgegrenzt werden kann.
Angaben zum Inhalt
Das qualitative Interview ist im deutschsprachigen die wohl am häufigsten angewandte qualitative Forschungsmethode. Ich führe im Seminar deshalb in die wesentlichen Begründungen für (Warum überhaupt qualitative Sozialforschung?), die Forschungsethik und die Prozeßschritte (Datenerhebung, Datenaufbereitung, Datenauswertung) qualitativer Interviewforschung ein.

Ich lege im Seminar Wert darauf, daß diese Aspekte dadurch anschaulich gemacht werden, daß die Studierenden an Mini-Bespielen alle wesentlichen Schritte selbst durchlaufen und ausprobieren können. Die Studierenden sollen so die Gelegenheit bekommen, durch eigene Erfahrung mit überschaubarem Arbeitsaufwand die Möglichkeiten, aber auch Grenzen qualitativer Interviewforschung kennenzulernen. Dazu überlegen sich die Studierenden in Arbeitsgruppen zunächst eine passende Forschungsfrage, der sie im Rahmen eines fiktiven Forschungsprojektes nachgehen würden. Für dieses geplante, aber nicht in Gänze durchgeführte, Projekt sollen die Studierenden dann exemplarisch in den jeweiligen Schritten eines solchen Projektes die anfallenden Aufgaben ausschnitthaft übernehmen: so sollen sie z.B. einen kurzen Interleitfaden entwickeln, ein Mini-Interview führen (5- 10 Minuten), eine Seite Interviewtranskript anfertigen und an mindestens einer Textstelle einen passende Auswertungsmethoden anwenden.
Baur, Nina; Blasius, Jörg (Hg.) (2019): Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
Helfferich, Cornelia (2011): Die Qualität qualitativer Daten. Manual für die Durchführung qualitativer Interviews. 4. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Kotthaus, Jochem (Hg.) (2020): FAQ Methoden der empirischen Sozialforschung für die Soziale Arbeit und andere Sozialberufe. 1. Auflage. Stuttgart: UTB GmbH; Barbara Budrich.
Kruse, Jan (2015): Qualitative Interviewforschung. Ein integrativer Ansatz. 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. Weinheim, Basel: Beltz Juventa (Grundlagentexte Methoden).
Mey, Günter; Mruck, Katja (Hg.) (2020): Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Band 2: Designs und Verfahren. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH. 2., erw. u. überarb. Auflage. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH; Springer (Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie).
Lehrform
Lehrform SWS
Seminar 2
Prüfungen
Prüfungsform Dauer Gewichtung wird angerechnet gem. § 11 Satz 2 PVO Benotet Anmerkung