Kompetenzbereiche: Wissen und Verstehen; Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen; Kommunikation und Kooperation; Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität.
Spätestens seit den Arbeiten Silvia Staub-Bernasconis begreift sich die Soziale Arbeit als normative (Handlungs-)Wissenschaft. Zur normativen Grundlage macht sich die Soziale Arbeit bzw. Sozialarbeitswissenschaft die Menschenrechte. Zugleich versteht sich die Soziale Arbeit – besonders in ihrer Anwendung – als methodisch pluralistisch bzw. eklektisch (IFSW, 2014). Die Forderung von Silvia Staub-Bernasconi (u.a. 2007) und Werner Obrecht (u.a. 2005)sich ausschließlich einem (wissenschaftlichen/kritischen) Realismus zu verpflichten scheint jedoch beiden Ideen entgegen zu stehen. Ja Staub-Bernasconis und Obrichts Forderung schließt methodischen Pluralismus geradezu aus. Eine mögliche Lösung des Problems liefert der Neue Realismus – besonders in der Spielart von Markus Gabriels Entwurf.
In diesem Seminar wollen wir uns gemeinsam jener Position kritisch nähern und auf ihren potentiellen (praktischen und theoretischen) Nutzen oder auch Schaden hin für die Sozialarbeitswissenschaft prüfen. Hierzu werden wir gemeinsam Film- und Textmaterial auswerten und diskutieren.
Studierende können die Grundlagen des Neuen Realismus nach Markus Gabriel wiedergeben und eigene Gedanken zur Anwendbarkeit sowie die Konsequenzen einer möglichen Anwendung auf die Theorie und Praxis Sozialer Arbeit formulieren.
Vor dem Hintergrund des bisher im Studium erarbeiteten wissenschaftstheoretischen und wissenschaftlichen Grundverständnisses ordnen die Studierenden das durch kritische Auseinandersetzung erworbene Verständnis zum Neuren Realismus auf ihre eigene sozialarbeitswissenschaftliche Haltung an und können dies erläutern.